Geschichte des Judo

Judo kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, genauer gesagt aus Japan. Die Sportart Judo ging wie viele andere japanische Kampfsportarten, zum Beispiel Ju-Jutsu, aus einer traditionellen Form hervor. Die Palastwachen am kaiserlichen Palast durften zur Verteidigung des Kaisers keine Waffen mit sich tragen. Aus der Notwendigkeit den Kaiser zu beschützen, entwickelte sich erstmals ein waffenloser Kampfstil, dem Jiu-Jitsu, der auf die Samurai im aristokratischen Japan des 4. bis 12. Jahrhunderts zurückgeht. Enthalten sind Techniken, wie Würfe, Schlag- und Tritttechniken, aber auch Würgen, Verdrehen von Gelenken, Stechen und Festhalten. Dieser Kampfstil dient heute nur noch zur Verteidigung und nicht mehr zum Angriff.Der traditionelle Kampfstil bildete die Grundlage für viele neue Budo Formen, die sich aber alle meist nur auf ein Teil der Gesamtheit beschränken. Gemeinsam haben jedoch alle die Nomenklatur der Techniken, das traditionelle An- und Abgrüßen beim Training, die Grundregeln, die von den Begründern der einzelnen Formen als oberste Gebote ins Leben gerufen wurden, sowie das Fallen (Ukemi), welches den Schülern als erstes vermittelt wird, um so das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten, sowohl im Training als auch im richtigen Leben.

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Zu dem Zeitpunkt als man sich immer mehr dem Westen öffnete, so ab 1868, drohten die Kampfkünste langsam in Vergessenheit zu geraten. Der Hochschullehrer Jigoro Kano, der bei den wichtigsten Jiu-Jitsu-Meistern seiner Zeit gelernt hatte, wollte seine „faulen“ Studenten wieder in Form bringen. Mit diesem Ansatz traf er den Zeitgeist im wieder stärker vom Kaiser beeinflussten Japan.

Kano suchte das zugrunde liegende Prinzip aller Techniken aus dem traditionellen Jiu-Jitsu und fand zwei grundlegende Gedanken, die sich manifestierten und 1882 zur Grundlage der Gokyo, den vierzig Grundwürfen, wurden. Judo setzt sich aus den Silben „ju“ und „do“ zusammen. Während „ju“ für das Nachgeben steht, bedeutet „do“ Weg oder auch Prinzip.

Somit bedeutet Judo soviel wie der Weg des Nachgebens, um letztlich den Sieg davonzutragen. Die umfassende Schulung des Körpers und des Geistes waren die angestrebten Ziele Kanos, die neben dem Erhalt von Traditionen Ruhe und Konzentration fördern sollten. (näheres zum Begriff erfahren sie auf dem `Judo´ Link)

Der aufkommende Nationalismus und Kanos strenge, traditionelle Lehrer-Schüler-Rolle brachte Judo nach dem Zweiten Weltkrieg in den Verdacht einer paramilitärischen Ausbildung, wodurch es zu einem Verbot von Judo kam. Aus dem Grund, das Judo ab 1890 auf Anordnung des Kaisers Pflichtfach an japanischen Schulen war und mit militärischem Drill gelehrt wurde, hatte es die Sportart schwer sich wieder als Freizeitsport in die Gesellschaft zu integrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es einige Jahre bis Judo wieder als Sport erlaubt war. Auch in Deutschland war jeglicher Kampfsport auf Beschluss der Alliierten untersagt.

Mit dem 1882 von Kano gegründeten Kodokan (seine eigene Schule) startete er von dort aus die Verbreitung seiner Lehren. Der Trainingsraum (Dojo) war Ausdruck einer buddhistischen Religion, da der Raum mit einem erhöhten Ehrensitz für den Meister und Bilder großer Meister an den Wänden ausgestattet war.

Sämtliche unmittelbar tödlichen Techniken wurden aufgrund der Prinzipien ausgeklammert. Das Training fand auf Reisstrohmatten (Tatami) statt, die die Verletzungsgefahr erheblich senkten.


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